(Christliche) Nächstenliebe – wirklich?

Seit der „Machtübernahme“ im Vatikan hat der neue Papst Franziskus ja schon einiges aufgeräumt – statt in Pomp lebt und tritt er eher in Demut auf, liebt den Kontakt zu den Gläubigen und macht sich bei einigen (vielen?) seiner Kardinälen durch seine relativ progressiven Äußerungen unbeliebt.

Die Tage gab es dann einen Bericht über seine Äußerungen in Zusammenhang zu den Morden in Paris. Sicherlicch, auf der einen Seite kritisierte er richtigerweise das Vorgehen der Terroristen und deren Motive, andererseits hört sich Eintreten für freie Meinungsäußerung aber anders an. So ist er der Meinung, daß es für alles Grenzen gäbe, daß Religionen nicht beleidigt oder verspottet werden sollten. Das Ganze gipfelte dann in der Aussage, daß würde man Schlecht über seine Mutter reden, man erwarten dürfte, von ihm geschlagen zu werden.

Wie bitte?

Auch wenn ich das sicherlich nicht mit den Taten der Islamisten gleichsetzen möchte, vom Prinzip her gibt es keinen Unterschied – als Rache für eine Äußerung – sei es in einem Magazin oder verbal – folgt eine körperliche Attacke. Ist das die Folgerung aus Jesus‘ „halt die andere Backe hin“ Weisung? Oder eher allgemein gesprochen und ohne auf Religion bezogen: Wieso ist dieser Herr der Meinung, daß es Situationen gibt, in denen eine körperlich oder materiell niemanden schädigende  Äußerung eine persönliche, körperliche Attacke rechtfertig? Wer beurteilt, welche Grenze es denn ist, ab der eine Attacke gerechtfertigt ist? Papst Franziskus? Der Imam in der Moschee nebenan? Der Bundeskanzler Frau Merkel?

Machen wir’s doch einfach: Die Grenze GIBT ES NICHT! Es GIBT nämlich keinen berechtigten Grund, aus beleidigten Gefühlen oder Glauben heraus auf Meinungsäußerungen – und seien sie noch so schräg, falsch, beleidigend oder was auch immer – mit körperlicher Gewalt gleich welcher Intensität zu reagieren! Wenn mir nicht gefällt was jemand sagt, höre ich weg und/oder gehe weg. Was ist daran so schwer?

Also, liebe Katholiken, hört bitte NICHT auf Ihren Gott-Vertreter, denn mindestens dieses Mal ist er alles andere als unfehlbar gewesen und hat mächtig daneben gegriffen.

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